Kunst Demenz Gemeinschaft 2024
Die Verantwortung für die Pflege muss weg von den Angehörigen und hin zur Gemeinschaft.

Sommer 2024 – Gruppentreffen in Hörstein mit allen Teilnehmenden und Projektleiterin Sarah Brendecke
In 2024 wurde das Projekt "Kunst Demenz Gemeinschaft" ins Leben gerufen. Vier Personen mit Demenz und ihre pflegenden Angehörigen nahmen am Projekt teil. Abschluss des Projekts war eine Ausstellung in der lokalen Stadtbibliothek.
Einige der Fragestellungen des Projekts waren: "Was sind die Herausforderungen der häuslichen Pflege von Menschen mit Demenz?", "Wie können pflegende Angehörige besser unterstützt werden?" und "Kann kreative Beschäftigung wesentlich zum Wohlbefinden bei Menschen mit Demenz beitragen?"
Wichtige Ziele des Projekts beinhalteten, Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen sozial und gesellschaftlich besser zu integrieren, Mitmenschen über Demenz sowie die Herausforderungen in der häuslichen Pflege zu informieren und die Potenziale der Gemeinschaftshilfe zu aktivieren, sodass Angehörige gezielt Entlastung erhalten und nicht mit der Betreuung allein gelassen werden.

Mit den Angehörigen
In persönlichen Gesprächen ermittelte die Projektleiterin jeweils mit den Angehörigen die Schwierigkeiten der Pflege im häuslichen Umfeld und welche Hilfen benötigt werden, um im Alltag entlastet zu werden.
Ein wichtiges Ziel war es, Aufgaben zu bestimmen, die von der Gemeinschaft (Nachbarn, Freunde, Verwandte, Ehrenamtliche, usw.) übernommen werden könnten.

Mit den Menschen mit Demenz
An mindestens acht Terminen kam die Projektleiterin zu den Familien nach Hause und betreute die Person mit Demenz bei der eigenständigen Erschaffung von Kunstwerken.
In dieser Zeit konnten die Angehörigen eine kleine Auszeit von der Pflege erhalten.

Kreativität mit Wirkung
Ziele der kreativen Beschäftigung waren positive Effekte auf kommunikative Verhaltensaspekte, das emotionale Wohlbefinden und das Selbstbewusstsein von Menschen mit Demenz sowie eine Verbesserung der Beziehung zu deren Angehörigen.
Ausstellung
Abschluss des Projekts war eine öffentliche Ausstellung in Alzenau in der Woche der Demenz (16.–22. September 2024).
Zur Projektausstellung wurden gezielt Nachbarn, Freunde, Verwandte und Bekannte eingeladen mit dem Ziel, ein stabiles Hilfsnetzwerk aufzubauen und die Angehörigen dauerhaft zu entlasten.
Die Projektteilnehmenden gaben persönliche Einblicke in ihr Leben: Wie sie mit der Diagnose Alzheimer umgehen, wie sich der Alltag verändert und welche Herausforderungen sie meistern. Neben vielseitiger Kunst und informativen Texten gab es Erzählungen als Audiodateien, Klavieraufnahmen einer Teilnehmerin, ein Exponat zum Brückenbauen und Mitmach-Karten sowie ein interaktives Webinar der Initiative Demenz Partner.